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Vermögensschutzkonzepte für Unternehmer

6 strategische Säulen: Übersicht

Vermögensstrategie des Unternehmers

Die Ausgangssituation

Der Erhalt und die Sicherung des Familievermögens stellt für den Unternehmer eine familiäre, generationsübergreifende und soziale Verpflichtung dar. Zeitgemäßes Vermögensmanagement des Unternehmers erfordert eine ganzheitliche Betrachtung von Unternehmens- und Privatvermögen unter Aspekten wie persönliche Vermögensziele, Sicherheit, Rendite, Liquidität, Haftungsschutz und Nachfolge in der Familie. Angesichts der komplexen und risikobehafteten Rahmenbedingungen ist eine systematische rechtliche und steuerliche Strukturierung des Vermögens nötiger denn je.

Für den Unternehmer stehen die Unternehmensstrategie und der Unternehmenserfolg im Vordergrund. Eine ausdrückliche Vermögensstrategie fehlt in den meisten Fällen, handelt er doch nach der Devise: „Unternehmenserfolg schafft Vermögenserfolg.“ Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Der Unterschied zeigt sich in Krisenzeiten, in denen sich kein neues Vermögen genieren lässt.

Kennzeichnend für eine Vermögensstrategie ist ein anderer Blickwinkel: nicht aus Sicht des Unternehmens, sondern aus Sicht des Unternehmers. Und dieser Ansatz hat das Management des Gesamtvermögens im Auge – also sowohl des Unternehmens- wie des Privatvermögens. Ziel dieses Ansatzes: für private Belange – und speziell für die Altervorsorge des Unternehmers und seiner Familie – systematisch ein ausreichend freies Vermögen aufzubauen.

Eine Vermögensstrategie erfordert eine grundsätzlich andere Vorgehensweise als eine Unternehmensstrategie. Im Unternehmen steht der Unternehmer im Wettbewerb und damit unter dem Zwang, sich auf die Stärken des Unternehmens zu fokussieren – auch wenn dies Risiken birgt. Eine dauerhafte Vermögenssicherung hingegen erfordert demgegenüber die Begrenzung und Diversifikation von Risiken. (May, Das INTES-Handbuch für Familienunternehmen).

  • Eine Vermögensstrategie des Unternehmers erfordert nicht nur anlagetechnisch, sondern auch in rechtlicher und steuerlicher Hinsicht aufeinander abgestimmter Strukturen. Wir empfehlen hierbei eine 6-Säulen-Strategie:
Säule No. 1: Aufbau von Privatvermögen & Schutz vor betrieblicher Haftung

Oberste Priorität im Rahmen der Vermögensstrategie hat der Aufbau ausreichenden Privatvermögens, das für private Zwecke des Unternehmers zur Verfügung steht und nicht für Unternehmensrisiken haftet. Grundvoraussetzung hierbei: Durch die Wahl einer die persönliche Haftung begrenzenden Gesellschaftsform (GmbH, GmbH & Co. KG) für sein Unternehmen die Voraussetzungen für eine Trennung von privatem und betrieblichem Vermögensbereich schaffen. Das Problem: Zahlreiche Haftungsnormen und die Übernahme der persönlichen Haftung gegenüber Banken stellen eine solche organisatorische Trennung von Vermögen und Haftung permanent wieder in Frage. Mit der Vermeidung solcher Haftungen und weiteren Absicherungsstrategien befasst sich Säule No. 1.

Säule No. 2: Privatvermögen & Schutz vor Anlage- und Kapitalmarktrisiken

Privatvermögen unterliegt immer unmittelbar eigenen Verlustrisiken durch seine Anlage, speziell an den Kapitalmärkten. Die Vermeidung von Anlage- und Kapitalmarktrisiken beim Privatvermögen, und hier insbesondere von rechtlichen und konstruktiven Anlagerisiken, ist Gegenstand der Säule No.2.

Säule No. 3: Sicherung Unternehmensvermögen

Bei betrieblichen Vermögenswerten droht unmittelbar – im Unterschied zum Privatvermögen – die Verhaftung für betriebliche Risiken. Jedoch sollten selbst hier bestimmte Assets (wertvolle Immobilien, betriebliche Alterversorgung des Gesellschafters, Gesellschafterdarlehen) zielgerichtet vor einer betrieblichen Haftung geschützt werden. Hiermit befasst sich Säule No. 3.

Säule No. 4: Gesellschafterstrategien: Schutz vor Risiken aus der Gesellschaftersphäre

Eine Gefährdung des Vermögens ist nicht nur durch äußere Faktoren (Gläubiger etc.) gegeben. Bei Gesellschaften bergen gerade gesellschaftsinterne Konflikte ein großes Bedrohungspotenzial. Dabei können Gesellschafter-Konflikte nicht nur zum Niedergang des Unternehmens führen. Gesellschaftsrechtliche Regelungen haben zumeist auch unmittelbaren Einfluss auf das Vermögen der Gesellschafter. Mit dem Schutz vor diesen Risiken befasst sich Säule No. 4.

Säule No. 5: Steueroptimierung

Rechtliche Gestaltungen im Rahmen der Vermögensstrukturierung und -Sicherung haben in der Regel immer auch steuerliche Auswirkungen. Ohne deren ausreichende Berücksichtigung drohen die Strategien zu scheitern. Mit der steuerlichen Optimierung im Rahmen der Vermögenssicherung befasst sich die Säule No. 5.

Säule No. 6: Familienstrategien: Schutz des Vermögens vor Risiken aus der Familie

Das Vermögen des Unternehmers soll der Familie dienen. Durch Vertragsgestaltungen innerhalb der Familie lassen sich zum einen vermögensschützende und steuerliche Effekte erzielen.
Andererseits können aus der Familiensphäre auch Risiken für das Vermögen enstpringen, etwa bei Tod, Krankheit oder in Konfliktsituationen (Scheidung, Generationskonflikte). Mit dem Schutz vor diesen Risiken befasst sich die Säule No. 6.